Der Tag, an dem ich meine Führungsrolle abgeben wollte -
644
post-template-default,single,single-post,postid-644,single-format-standard,bridge-core-2.6.1,cookies-not-set,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode_grid_1300,footer_responsive_adv,qode-content-sidebar-responsive,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-24.6,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.5.0,vc_responsive

Der Tag, an dem ich meine Führungsrolle abgeben wollte

Ich habe noch einen Zeitslot zwischen 13:00 Uhr und 13:30 Uhr. Ansonsten bin ich diese Woche komplett voll.“ „Ja du hast recht, das ist eigentlich die Zeit in der ich mit meinen Mitarbeitern virtuell Kaffeetrinke, aber was soll ich tun? Das Angebot muss Freitag raus.“ „Deine Aufgabe als Führungskraft ist es deine Mitarbeiter bei Laune zu halten. Du musst ihnen Struktur geben und Wege aufzeigen.

Ja ja … und natürlich immer ein offenes Ohr für sie haben, dann diese Woche mal nicht. Letzte Woche passte es auch nicht. Vielleicht nächste Woche.

Die Mitarbeiter sind das Kapital des Unternehmens, so oder so ähnlich … dazu ist es wichtig als Führungskraft nur positiv mit den Veränderungen umzugehen. Der sich heimlich eingeschlichene Change der durch COVID-19 und die daraus resultierende Digitalisierung ist als riesen Chance zu kommunizieren.

Gestern hat Kai wieder NEIN gesagt, dabei habe ich ihn nur um eine Kleinigkeit gebeten.

Das nein wird zur häufigsten Antwort in meinem Team.

Das war mal anders.

Wofür, fragen mich meine Kollegen. Wofür frage ich mich selbst.

Ich habe gestern gelesen, dass ein Unternehmen für 2 Wochen Meeting Pause macht. Interessante Idee, unmöglich bei uns.

Was ist eigentlich los?

Vielleicht ist es mein subjektives Empfinden, das alle keine Lust mehr haben, frustriert und genervt, oder online müde sind. Projektion? Ich weiß nicht mehr, was ich anders machen kann, ich laufe und renne und entferne mich immer weiter von meinen Mitarbeitern und Kollegen. Wenn ich darüber nachdenke, was mir am meisten fehlt, ist es die Leichtigkeit, das Lachen, die Gespräche vor und nach einem Meeting. Was wäre die eine Sache, die ich gerne ändern würde? Na ja, ich würde mir wünschen, dass meine Kollegen offen und ehrlich sagen, wie es ihnen geht, was sie denken und wir zumindest unter den Führungskräften aufhören, uns gegenseitig zu beweisen wie cool wir mit all dem Umgehen. Ich weiß nicht, wie es meinen Kollegen wirklich geht. Gut heißt es immer. Ist das so?

Ich sagte das ich meine Führungsrolle abgebe

Abstimmung mit der Geschäftsführung, es haben 2 aus meinem Team gekündigt. Was soll ich tun, CORONA ist schuld, oder ich? Ich erkläre und rechtfertige mich. Ich zucke die Schultern. „Nehmt bitte jemand anderen, ich gebe meine Führungsrolle ab.“ WOW, ich habe es gesagt, ich muss grinsen. „Ich soll was? An einer Supervision teilnehmen? Ich bin nicht krank, habe nur keine Lust mehr an allem schuld zu sein!

Komische Idee, eine Gruppensupervision unternehmensweit für Führungskräfte anzubieten. Supervision kenne ich nur in der Therapie oder Sozialarbeit, was hat das in einem Wirtschaftsunternehmen zu suchen? Für Reflexion haben wir unsere Retrospektiven, mehr als mir lieb ist, die Hälfte der Action Items werden eh nie umgesetzt … , also was ist der Unterschied. Nur weil da jetzt eine „unparteiische“ Person dabei ist, ist jetzt alles anders?

Ich finde mich in einer Gruppe mit 7 anderen Führungskräften aus meinem Unternehmen. Ich kenne sie nur vom Sehen her. Von zweien weiß ich noch nicht einmal den Namen, das kann ja heiter werden.

Die erste Supervisionssitzung

Die erste Session beginnt. Mein Internet spinnt mal wieder, oh nein, bitte nicht heute. Ich bekomme das Intro von Frau Magic nicht mit. Ich fange an nach ihr zu googlen. Schweigen, UPS, habe ich was verpasst? „Ja sorry, mein Internet ist heute sehr schlecht. Warum ich hier bin, keine Ahnung, weil die Geschäftsführung es so angeordnet hat. Wünsche, ne. Ach so, ich soll erzählen, was alles schlecht läuft, ich fange an zu erzählen…

Das hätte ich nicht erwartet, meinen Kollegen geht es ähnlich. Beim nächsten Mal machen wir Fallarbeit. Keine Ahnung was das sein wird, neugierig bin ich schon.

Supervision kann in Zeiten von COVID-19 eine große Unterstützung sein. Dabei geht es, neben der Reflexion und der kritischen Hinterfragung von Alltäglichem zur Erarbeitung von alternativen Möglichkeiten. Ein unbeteiligter Dritter zeigt Aspekte auf, die aus dem inneren heraus nicht mehr wahrgenommen werden können. So gehen entscheidende Aspekte nicht verloren, die unabdingbar für Entwicklungs-, Change Prozesse und Krisen sind.

Möchtest du erfahren, welches Potenzial in der Supervision für deine Mitarbeiter stecken kann, dann NIMM KONTAKT MIT MIR AUF.

 

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.