Tag 8 Samstag: Eine Woche Enjah & das große Rätsel namens Flusen

Eine Woche Enjah, und heute stand endlich mal jemand anderes im Mittelpunkt: Flusen.
Quasi Urlaub.

Der Tag begann wieder um vier Uhr (weil Welpe).
Joggen mit Flusen.
Er verlängert unsere Strecke weiter, als hätte er mich in ein heimliches Fitnessprogramm eingeschrieben.
Ich renne wie ein kaputtes Rentier, er schwebt wie ein Zen-Laufcoach neben mir:
„Atme, Mensch.“

Agility am Mittag: Ich nervös. Flusen buddhistischer Mönch im Fell.

Ich war extrem nervös.
Denn: Im Dorf pöbelt Flusen wie ein hyperengagierter Kommunalpolizist. Noch schlimmer seit Enjah da ist.
Fünf Hunde kann er gar nicht ab, schon immer.
So richtig gar nicht.

Aber kaum verlassen wir das Dorf, verwandelt er sich zu 95 % in „Friede auf Erden“.
Ich verstehe ihn diesbezüglich nicht.
Er ist mein persönliches Escape Room Rätsel.

Vielleicht Angst?
Aber warum nur im Dorf?
Wurde er von einer Hecke beleidigt?
Hat ein Dackel ihn vor Jahren beim Parkplatz schief angesehen?
Ich habe keine Ahnung.

Und heute beim Agility? Ich habe mit allem gerechnet, Pöbeln, Ausrasten, Verweigerung, Bellen. ABER

NICHTS.
Keine Aggro-Vibes.
Keine Dramaeinlage.
Zwei fremde große Hunde vorher:
Er geht hinter mich, beobachtet, schweigt.
Ich denke: „Wer bist du?“

Auf dem Platz rast ein Tierschutzhund auf ihn zu 
ich dazwischen, komplett angespannt.
Flusen bleibt entspannt wie ein buddhistischer Tempelhüter.

Und als ich mehrmals bei den Agility-Runden zu spät reagiere?
Früher hätte er mich angebellt.
Heute?
Nur geduldige Blicke:
„Mensch, ich erklär’s dir noch einmal.“

Wir hatten sogar eine richtig gute Runde.