Montag. Performance Review mit einer Junghündin, die sich für den CEO hält

Montage sind ja dafür da, wieder ein halbwegs seriöser Mensch zu werden.

Ich setze mich innerlich an meinen Schreibtisch, trinke Kaffee wie eine Führungskraft und öffne das imaginäre HR Tool.

Und dann kommt Enjah rein.

Nicht durch die Tür.

Durch die Decke.

Mit dieser Energie von einer neuen Mitarbeiterin, die am ersten Tag schon „Strategie“ sagt, am zweiten Tag „Disruption“ und am dritten Tag fragt, warum es hier überhaupt noch Hierarchien gibt.

Onboarding. Sie denkt, das hier ist ihr Unternehmen

Der Welpen Blick als offizielles Führungsinstrument

Enjah setzt sich in dieses „Ich bin professionell“ Sitzchen, wedelt minimal und guckt, als hätte sie die Firma gegründet und wir wären alle zufällig mit eingestiegen.

Sie hat keine Angst vor Fehlern.

Sie hat höchstens Angst vor Leerlauf.

Und das ist in Unternehmen erstaunlich attraktiv.

Diese Menschen, die mit null Scham in Räume gehen, Ideen werfen, dabei charmant lächeln und so tun, als hätten sie das Chaos gerade erfunden.

Alle sind sofort ein bisschen verliebt.

Nicht romantisch.

So organisatorisch.

Man verzeiht ihnen Dinge, für die andere längst ein Gespräch mit HR hätten.

Stärken. Charmant, lernfähig, komplett unverhältnismäßig gefeiert

Die Kollegin, die alles bekommt, weil sie sie ist

Enjah ist charmant wie eine Juniorin, die einmal in der Kaffeeküche lacht und plötzlich ist ihr Slack Status „kann später“ für alle völlig okay.

Sie ist lernfähig, ja.

Aber vor allem ist sie wirkungsstark.

Sie macht drei Sachen falsch, aber sie tut es so überzeugend, dass am Ende jemand sagt: Das war mutig.

Und genau diese Sorte Menschen gibt es in Unternehmen.

Die mit zwanzig Entwicklungsfeldern kommen und trotzdem jede Woche Applaus bekommen, weil sie Energie bringen.

Weil sie Sichtbarkeit bringen.

Weil sie Leben bringen.

Und weil man sich heimlich ein bisschen wünscht, selbst wieder so zu sein.

Enjah ist nicht nur eine Mitarbeiterin.

Enjah ist Employer Branding auf vier Pfoten.

Sie macht, dass man bleiben will.

Entwicklungsfelder. Impulskontrolle, Springen, Existieren

Sie brennt ständig. Aber alle nennen es „Drive“

Impulskontrolle ist bei Enjah eher so ein Gerücht.

Sie springt, weil sie begeistert ist.

Sie unterbricht, weil sie lebendig ist.

Sie eskaliert in Freude und nennt es Team Spirit.

Und in einem Unternehmen würde man sagen: Hohe Energie, starke Präsenz, manchmal etwas drüber.

Man würde es so formulieren, dass es nach Potenzial klingt und nicht nach Problem.

Weil man sie mag.

Weil sie süß ist.

Weil sie begeistert.

Weil sie noch jung ist.

Weil sie irgendwie alle ansteckt.

Also wird sie gehalten.

Nicht, weil sie schon so gut kann.

Sondern weil alle glauben, dass sie irgendwann so gut kann.

Und in der Zwischenzeit räumt sie die ganze Kultur um, ohne es zu merken.

Feedbackkultur. Sie beißt das Protokoll

Wenn Kritik kommt, macht sie daraus ein Event

Ich versuche, Feedback zu geben.

Wertschätzend.

Weich.

Professionell.

So wie man es in Unternehmen tut, damit niemand weint, aber trotzdem alle verstehen, dass es ernst ist.

Ich sage: Enjah, ich sehe deine Begeisterung.

Enjah hört: Bühne.

Sie nimmt nicht den Inhalt.

Sie nimmt das Mikrofon.

Sie diskutiert nicht.

Sie performt.

Sie beißt das Protokoll, im Zweifel wörtlich, und ich sitze da wie eine Führungskraft, die merkt, dass ihr Mitarbeitendengespräch gerade zum Impro Theater geworden ist.

Und auch das ist so unternehmerisch, dass es weh tut.

Die einen liefern Feedback.

Die anderen liefern Charisma.

Und am Ende gewinnt oft das Charisma.

Nicht weil es fair ist.

Sondern weil Menschen eben Menschen sind.

Fazit. Warum wir ihr alles verzeihen

Weil sie uns erinnert, dass Arbeit auch Leben sein könnte

Enjah macht nicht alles richtig.

Enjah macht vieles falsch.

Und trotzdem wird ihr viel verziehen, weil sie etwas mitbringt, das in Teams rar ist.

Unverschämte Zuversicht.

Unverbrauchte Freude.

Dieses innere: Das kriegen wir hin, auch wenn ich nicht weiß wie.

Und vielleicht ist genau das die Pointe vom Montag.

Manche kommen mit Leistung.

Manche kommen mit Struktur.

Und manche kommen einfach mit so viel Leben, dass alle kurz vergessen, wie streng sie eigentlich sein wollten.

Enjah schaut mich an, als wäre das Review jetzt beendet.

Sie wedelt, steht auf und geht.

Als hätte sie gerade entschieden, dass ich mich gut geschlagen habe.

Und ich sitze da und denke: Ja.

So werden Legenden gemacht.

Nicht durch perfekte Performance.

Sondern durch Ausstrahlung, die allen die Regeln kurz egal macht.