Tag 14 Freitag: Zwei Wochen Chaos, Liebe & die Erkenntnis, dass wir Hilfe brauchen dürfen

Morgen sind es zwei Wochen.
Zwei Wochen mit Enjah.
Zwei Wochen zwischen „Wir schaffen das!“ und „Warum ist das hier eigentlich ein Live-Experiment in Konfliktforschung?“

Und heute war der Tag, an dem wir offiziell gesagt haben:
Wir holen uns professionelle Unterstützung.

Nicht, weil wir gescheitert wären.
Sondern weil wir einfach nicht mehr so tun können, als würde dieses Rudel auf pure Willenskraft reagieren.

Die Lage im Rudel: Ein bisschen wie eine WG, in der alle gleichzeitig Prüfungen haben

Enjah ist… nun ja… Enjah.
Herausfordernd, wach, schnell lernend, energiegeladen und immer ein bisschen über dem Punkt, an dem Welpen eigentlich „müde“ sein sollten.

Flusen dagegen ist emotional gerade ein empfindliches Kunstwerk.
Und sein Haupt-Thema gerade:
Ressourcen.
Und Ressourcen sind:
– Futter
– Spielzeug
Wir
– und neuerdings auch: „Alles, was Enjah anschaut.“

Wenn wir zu zweit im Raum sind und eine Person streichelt Enjah,
kommt Flusen dazwischen wie ein zerknitterter Bodyguard mit schlechter Laune.
Geht Enjah dann zur anderen Person?
Gleiches Spielchen, nur mit mehr Drama.
Zähne fletschen, Knurren, klare Ansage.

Kooperation?
Gerade nicht so seins.

Enjah wird vorsichtiger, ja.
Sie lernt schnell.
Aber sie ist eben auch:
Welpe auf Turbo.

Abendroutine: 19 Uhr, Aufgeben oder weise sein? Beides.

Gestern Abend habe ich kapituliert.
Oder, positiv formuliert, ich habe „mich intuitiv für die bestmögliche Lösung entschieden“.

Um 19 Uhr sind wir ins Bett.
Sie in die Box, ich daneben.
Weil unten einfach keine Entspannung mehr möglich war.

Und siehe da:
Kaum lag ich da, schlief sie ein.
Tief.
Friedlich.
Wie ein kleiner greller Tornado, der plötzlich beschließt, Wolke zu sein.

Ich konnte sogar aufstehen, zwischendurch beruhigen, wieder rausgehen.
Sie blieb ruhig.

Wir mussten zwei Mal raus in der Nacht, aber danach schlief sie sofort weiter.
Ich war im Himmel.
Kurz.

Flusen allerdings…
hat ab 2 Uhr beschlossen, dass er nicht schlafen kann.
Er musste eigentlich nicht raus
aber er wollte die Extraportion Aufmerksamkeit.
Nachts.
Um zwei Uhr.
Natürlich.

Der Schritt, der uns wahrscheinlich viel retten wird

Wir haben nun offiziellen Kontakt aufgenommen zur Aussie-Expertin, die ich seit Jahren verfolge.
Online-Trainings, Bücher, Fachwissen, klare Haltung 
sie ist eine echte Koryphäe.
Und sie wohnt gar nicht weit weg.

Ich hoffe sehr, dass sie uns aufnimmt.
Dass sie uns begleitet.
Dass sie Flusen versteht.
Dass sie Enjah sieht.
Und dass sie uns als Team wieder in Balance bringt.

Dass sie es kann, daran habe ich keinen Zweifel.
Dass wir es brauchen, daran auch nicht.

Trust Technique: Das kleine Licht im lauten Alltag

Tagsüber arbeite ich viel mit der Trust Technique, mit „Present Moments“, um beide runterzufahren.
Und es funktioniert.
Während draußen die Welt schreit,
während drinnen Flusen jeden Schatten bewertet
und Enjah jedem Staubkorn eine philosophische Bedeutung zuschreibt,
sitze ich da, atme
und beide…
werden plötzlich ruhig.