Tag 117 oder Ein Tag voller Sonne, Garten und Agility

Agility bei Kaiserwetter

Heute war so ein Tag, der schon morgens so tat, als hätte er gute Laune fest gebucht.

Sonne.

Luft.

Garten.

Dieses freundliche Frühlingslicht, in dem selbst ein etwas schiefer Slalomparcours plötzlich aussieht, als hätte man sein Leben sehr überzeugend im Griff.

Wir waren viel draußen.

Viel im Garten.

Und haben mit beiden Agility gemacht.

Was bei Flusen inzwischen etwas von souveräner Fachkompetenz hat. Er macht das wirklich gut. Nicht geschniegelt, nicht geschniegelt geschniegelt, sondern auf seine Art sehr klar, sehr da, sehr: Ich weiß schon, was wir hier tun, Dagmar, du musst nicht bei jedem Hürdenlauf innerlich eine Eröffnungsrede halten.

Und Enjah macht es auch schon erstaunlich gut.

Was mich einerseits freut und andererseits in diese demütigende Lage bringt, in der junge Hunde regelmäßig zeigen, dass Begeisterung und Talent manchmal einfach gleichzeitig auftreten, ohne vorher einen Antrag zu stellen.

Flusen flirtet, Enjah hat Termine

Was sich gerade fast noch schöner verändert als die Agility Läufe, ist die Beziehung zwischen den beiden.

Ich habe im Moment wirklich das Gefühl, dass Flusen immer mehr flirtet.

Nicht unangenehm.

Nicht aufdringlich.

Eher in dieser leicht aufblühenden Art, bei der ein älterer Hund plötzlich wieder so wirkt, als hätte er innerlich beschlossen, dass das Leben vielleicht doch noch ein paar interessante soziale Wendungen bereithält.

Und Enjah?

Enjah geht inzwischen auch öfter mal.

Das meine ich sehr liebevoll.

Sie ist gar nicht mehr die, die immer anfängt.

Früher hatte manches zwischen den beiden ja noch etwas von jugendlicher Körperkomödie mit unklarer Dramaturgie. Viel Tempo, viel Missverständnis, viel: Ich wollte doch nur kurz gucken, was passiert, wenn ich frontal in deine Existenz springe.

Jetzt wirkt das anders.

Klar, manchmal ist es immer noch wild.

Aber Enjah hat schon lange nicht mehr bei Flusen gequietscht.

Allein das ist ja im Grunde ein kleiner Meilenstein in hündischer Beziehungsgeschichte.

Er scheint also korrekt vorsichtig zu sein.

Und sie scheint nicht mehr alles mitzumachen, nur weil es gerade passiert.

Ich mag das sehr.

Da sortiert sich etwas.

Nicht feierlich.

Nicht mit Zertifikat.

Aber sichtbar.

Ein bisschen mehr Takt.

Ein bisschen mehr Lesen des anderen.

Ein bisschen weniger Kollision.

Fast wie bei guten Teams.