Tag 11 Dienstag: Wenn ein Boxer, ein Flummi und ein T-Rex aufeinandertreffen

Der Tag war eigentlich gut.
Richtig gut sogar.
Bis zu diesem einen Moment.

Wir sind spazieren, Enjah wie immer im Rucksack, sehr zen, sehr „Ich beurteile das Leben von oben“.
Und dann passiert’s.

Wir treffen Flusens Erzfeind. Nicht das Flusen nur einen Erzfeind hat, also einer der Erzfeinde von Flusen.
Den Boxer aus dem Dorf.
Den Hund, also einer der Hunde, die Flusen nicht nur doof findet,
sondern dessen Duftspur schon reicht, um ihn schlagartig von 0 auf 180 schießen zu lassen.
Direkt in den roten Bereich.
Ansprechbarkeit: minus 100.
Nervensystem: Feuerball.
Verstand: im Urlaub.

Und heute begegnen wir ihm.
Live.
Ungefiltert.

Die Besitzerin war ein Engel.
Sie sah uns, hörte Flusen schon „durch die Luft bellen“ und sagte sofort:
„Ich weiche aus, kommt ihr einfach hier lang.“

Also wechselten wir die Seite, den Weg, die Dimension,
aber Flusen?
Der verwandelte sich in eine akustische Naturkatastrophe.

Auf dem ganzen Heimweg bellte er.
JEDES Haus.
JEDEN Garten.
JEDES unschuldige Eichhörnchen in einem Umkreis von drei Kilometern.

Ich lief durch das Dorf wie jemand, der gerade das örtliche Feuerwehrauto im Hundemodus dabei hat.

Zu Hause war ich…
Frustriert.
Enttäuscht.
Und ein bisschen verzweifelt, weil ich dachte:

„Ein Jahr Training.
Ein Jahr Arbeit.
Und alles fühlt sich plötzlich weg an.
Warum muss das so kompliziert sein…?“

Raubtierfütterung & Training: Willkommen im Paralleluniversum

Zu Hause gab’s erst mal Raubtierfütterung.
Nicht weniger dramatisch als die Begegnung davor.

Dann habe ich mit beiden trainiert.
Nebeneinander.
Fokus.
Konzentration.

Flusen war wie immer ein Held.
Ein Profi.
Ein Gentleman.

Enjah dagegen…
Nun ja.
Ich wollte nur, dass sie sitzen bleibt, während ich meine Hand bewege.
Sie hingegen interpretierte die Übung als:
„Ich springe mal wie ein Flummi durch die Gegend, vielleicht will sie DAS ja.“

Aber irgendwann, mit sehr viel Geduld, sehr viel Humor und sehr viel „Innerlich in die Tischplatte beißen“
hat sie es geschafft.
Sitzen.
Bleiben.
Atmen.
Mini-Erfolg.
Maxi-Feier.

Der T-Rex im Rucksack

Meine Freundin schrieb mir:
„Hol bei der nächsten Boxer-Begegnung einfach T-Rex aus dem Rucksack!“

T-Rex = Enjah.
Diejenige, die im Rucksack sitzt und die Welt beobachtet wie ein kleiner Tyrann, der jederzeit bereit wäre, in Action zu springen.

Und ja…
Sie wäre vermutlich wirklich mit eingestiegen.
Team Chaos.
Team Laut.
Team „Wir regeln das auf unsere Art“.

Bitte nicht.
BITTE nicht.

Aber ein bisschen musste ich lachen.