Tag 10 Montag: Zwischen „unspektakulär“ und stillen kleinen Fortschritten

Manchmal sind die unspektakulären Tage die wichtigsten.
Gestern war so einer.

Enjah war… normal.
Also „normal“ im Sinne von:
beißen, crasy sein, kleine Flummi-Explosionen, mal mehr, mal weniger.
Nichts Neues, nichts Dramatisches, einfach Welpe im Standard-Wahnsinnsmodus.

Flusen dagegen war müde.
Richtig müde.
Übermüdet, ehrlich gesagt.
Ich habe die beiden deshalb kaum zusammengelassen.
Nur einmal kurz und da hat er sehr klar gemacht, dass Spielzeugklau keine Option mehr ist.
Es war ein energisches „Lass es!“
Und es war genug.

Am Abend kam dann dieser typische Moment:
Ich sitze da, denke nach und lande erst einmal bei:
„Ich habe ihr NICHTS beigebracht.“
(Klassiker.)

Doch dann habe ich genauer hingeschaut.
Und plötzlich wurde sichtbar, was meine müde Birne im ersten Moment übersehen hat:

Was Enjah schon gelernt hat und das ist gar nicht wenig

1. Box = Ruhe.
Sie schläft dort.
Sie entspannt dort.
Manchmal geht sie sogar freiwillig rein.
Ohne Murren.
(Allein das ist eine olympische Leistung.)

2. Erste Impulskontrolle.
Futter steht vor ihr, aber sie wartet, sieht mich an, bis ich „Okay“ sage.
Aus der Box kommt man nicht raus, indem man randaliert, sondern indem man sich setzt, atmet und fragt mit Blickkontakt.
Und sie macht das.
Sie KANN das.

3. Tauschen.
Da sie alles frisst, was nicht bei drei wegläuft, Steine inklusive, habe ich ihr das Tauschen beigebracht.
Nach zwei Wiederholungen hat sie’s verstanden.
Und natürlich nutzt sie das nun kreativ aus:
„Ich suche etwas, damit wir tauschen können und ich ein Leckerchen bekomme.“
Smartes Kind.

4. Trust Technique, erste welpen-Schritte.
Ich habe gestern damit begonnen, und ganz ehrlich:
Ich glaube, das wird unser Weg.
Mit ihrer Energie, ihrer Überdrehtheit und ihrer Sensibilität könnte das genau das sein, was sie braucht.

5. Leinenführigkeit, Mini-Version.
30 Sekunden in reizarmen Situationen.
Mehr geht nicht.
Mehr will ich auch nicht.
Es ist der Anfang.

Und Flusen?
Der ist im Moment sehr anhänglich.
Vielleicht spürt er, dass sich gerade viel verändert.
Vielleicht genießt er einfach die Extraportion Nähe.
Vielleicht beides.