Flusen und Enjah

Tag x mit Enjah – oder: Warum wir manchmal genau das bekommen, was wir nicht geplant haben

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die ich mir nicht mal in einem Anflug kreativer Überdrehtheit ausdenken könnte. Diese hier beginnt an einem ganz gewöhnlichen Mittwoch – mit einer Nachricht von unserer Züchterin. Dort hatten wir vor 3,5 Jahren unseren ersten Miniature Australian Shepherd adoptiert: Flusen. Typ “liebevolle Chaoswolke”, aber mit Herz aus Gold.

Die Nachricht lautete ungefähr so:
„Habt ihr Interesse an einem zweiten Welpen? 10 Wochen alt. Ein Mädchen. Wurde nach zwei Wochen zurückgegeben – zu wild, zu anstrengend, die neuen Halter haben schon psychische Probleme.“

Ähm. Okay.

Die spontane Entscheidung, die eigentlich erst für nächstes Jahr geplant war

Eigentlich wollten wir erst im nächsten Jahr über einen zweiten Hund nachdenken. Ein ruhiger Welpe. Ein entspannter Bruder oder eine gemütliche Schwester für Flusen. So eine Art „Schlaftablette im Fell“.
Nun ja. Das Leben hat Gelächter im Hintergrund laufen lassen.

Nach ein paar Stunden Bauchgefühl-Abwägung sagten wir zu. Und heute haben wir Enjah abgeholt. Flusen im Auto, damit er gleich live und in Farbe erlebt, was wir da anschleppen.

Die Fahrt? Überraschend harmonisch.
Die Ankunft zuhause? Nennen wir es „kontrolliertes Chaos“.
Flusen vorsichtig schnuppernd, Enjah wie ein kleiner Raketenstarter auf Zucker.

Flusen korrigierte sie mehrfach. Sie merkte es sich für… exakt zwei Minuten. Dann wieder volle Energie voraus.
Am Abend: Boxenruhe. Zusammen im Zimmer. Ging gut – zumindest nachdem wir die beiden kurz trennen mussten, weil Flusen irgendwann fand, dass Welpen-Energie auch Grenzen kennen sollte.

Enjah ist ein Wirbelwind. Ein Mini-Systemsprenger auf vier Pfoten.

Was das alles mit Urteilen zu tun hat

Oh, eine ganze Menge.

Kaum hatten wir zugesagt, prasselten die Stimmen von außen auf uns ein:

„Macht das bloß nicht.“
„Ein zweiter Hund? Seid ihr wahnsinnig?“
„Und dann noch die Rasse?!“
„Ihr seid verrückt.“

Vielleicht sind wir das.
Aber mal ehrlich: Wofür ist dieses Leben da?
Um brav angepasst durchs Leben zu schleichen?
Oder um seinen eigenen Weg zu gehen – auch dann, wenn alle Nicken und Sicherheit wollen?

Interessant war mein eigenes Gefühl:
Es war, als hätte ich etwas falsch gemacht.
Ja, sogar Scham.

Scham dafür, dass andere vermeintlich wissen, was „richtig“ ist – und ich mich kurz davon verunsichern ließ.

Und da war mir klar:
Da zeigt sich ein altes Thema, das noch einmal an die Oberfläche will.
Ein Thema, das mir sagt: Nur DU kannst wissen, was für dich richtig ist. Niemand da draußen.

Enjah ist für mich kein Zufall.
Ich glaube nicht an Zufälle.
Ich glaube daran, dass sie jetzt in unser Leben gehört – mit all ihrer Wildheit, Energie und liebevollen Überforderung.

Vielleicht ist sie genau der Spiegel, den wir gerade brauchen.
Vielleicht ist sie die Lehrmeisterin, von der ich nicht wusste, dass ich sie bekommen würde.
Vielleicht ist sie aber auch einfach nur ein extrem süßer kleiner Chaosfloh.

Oder alles zusammen.

Wie ging es weiter? Tag 2 ist jetzt online!

Die erste Nacht, der nächtliche Zerstörungs-Snack, mein Kampf mit Kontrolle und Überforderung, und was mich dieser Welpe über Urteile lehrt.

Hier liest du Tag 2: Wenn das Leben dir zeigt, wie wenig du kontrollierst

Wie ging es weiter? Tag 4 ist jetzt online!

Reflexion zwischen Klinikchaos und Hundewahnsinn:
Warum 21 Menschen keine Themen finden, Flusen der einzig wirklich reflektierte Teilnehmer war,
und wie Enjah mir wieder zeigt, dass Kontrolle ein hübscher Gedanke ist,
aber das Leben meistens freundlich darüber lacht.

Hier liest du Tag 4: Reflexion zwischen Fell, Klinik und Kontroll-Illusionen

Wie ging es weiter? Tag 5 ist jetzt online!

Ein Tag voller feiner Gefühle:
Flusen holt sich seine stille Quality Time,
Enjah spiegelt jede meiner Emotionen wie ein kleiner ungefilterter Seismograph,
und ich lerne, wie sehr ein Welpe zeigt, was in mir selbst los ist,
lange bevor ich es merke.

Hier liest du Tag 5: Wenn ein Welpe spiegelt, was man selbst nicht aussprechen kann

Wie ging es weiter? Tag 7 ist jetzt online!

Getrennte Wege für mehr Ruhe, ein Coaching mit tierischer Unterstützung,
Crasy Enjah in ihrer abendlichen Turbo-Version 
und dann dieser eine zarte Moment zwischen ihr und Flusen,
der alles Chaos plötzlich unwichtig machte.

Hier liest du Tag 7:  Wenn eine Minute Zärtlichkeit die ganze Woche verändert

Wie ging es weiter? Tag 8 ist jetzt online!

Heute stand Flusen im Rampenlicht:
vom Dorf-Polizisten mit selektiver Pöbel-Lizenz
zum Zen-Meister beim Agility, während ich Nerven aus Pudding hatte.
Und trotzdem schafft er es, mich jedes Mal völlig zu verwirren
weil ich ihn überall verstehe… nur nicht im eigenen Dorf.

Hier liest du Tag 8: Eine Woche Enjah & das große Rätsel namens Flusen.

Wie ging es weiter? Tag 9 ist jetzt online!

Eine Nacht um 3 Uhr, ein Welpe im Hypermodus,
Flusen, der beim Anblick eines Minihundes einen Dinosaurierangriff wittert,
und meine drei inneren Stimmen, die lauter sind als jedes Bellen:
die „Ich hab’s dir gesagt“-Stimme, Sir Ego und die unerschütterlich Liebende.
Chaos, Humor, Selbstzweifel, und ein Sonntag, der es in sich hatte.

Hier liest du Tag 9: Drei Stimmen, ein Dino-Moment und ein Welpe im Overdrive

Wie ging es weiter? Tag 10 ist jetzt online!

Ein unspektakulärer Tag und doch voller kleiner Fortschritte:
Enjah lernt Boxruhe, Impulskontrolle und Tauschen,
Flusen zeigt seine Müdigkeit deutlicher denn je
und ich merke, wie aus Chaos plötzlich leise Entwicklung wird.

Hier liest du Tag 10: Kleine Schritte, große Wirkung

Wie ging es weiter? Tag 11 ist jetzt online!

Ein fast perfekter Tag
bis Flusen ausgerechnet seinem Erzrivalen, dem Boxer, begegnet
und sich in eine akustische Naturkatastrophe verwandelt.
Enjah beobachtet alles brav aus dem Rucksack,
und ich frage mich kurz, warum unser Leben so selten „einfach“ ist.
Antwort: Weil wir ein besonders besonderes Rudel sind.

Hier liest du Tag 11: Boxer-Drama, Flummi-Energie und ein Rudel wie kein anderes.

Wie ging es weiter? Tag 14 ist jetzt online!

Zwei Wochen mit Enjah, ein überforderter großer Bruder,
Nächte mit viel zu wenig Schlaf
und der Moment, in dem wir beschlossen haben:
Wir holen uns professionelle Hilfe.

Hier liest du Tag 14: Zwei Wochen Chaos, Mut und der Schritt nach vorn.

Wie ging es weiter? Tag 15 ist jetzt online!

Zwei Wochen mit Enjah liegen hinter uns, voller Chaos, Lernen und Liebe.
Heute feiern wir ein besonderes Doppelnamen Jubiläum und entdecken, wie kostbar die Menschen sind, die nicht urteilen, sondern verbunden bleiben.
Ein Tag zwischen Welpenpower und Hoffnung auf Profi Unterstützung.

Hier liest du Tag 15: Zwei Wochen Chaos, Mut und der Schritt nach vorn.

Wie ging es weiter? Tag 16 ist jetzt online

Der zweite Advent brachte ein kleines Wunder:
Enjah ruhig, lernbereit und so konzentriert wie nie,
unser erster Rudelspaziergang zu viert,
ein Training, das uns staunen ließ
und ein Moment, der zeigte, wie viel Vertrauen schon gewachsen ist.

Hier liest du Tag 16: Ein Adventstag voller Hoffnung und kleiner Wunder.

Wie ging es weiter? Tag 17 ist jetzt online

Ein Tag zwischen Welpenbissen, unsichtbaren Auslösern auf dem Spazierweg
und der Erkenntnis, dass Erwartungen der heimliche Endgegner meiner Gelassenheit sind.
Flusen pöbelt ein fallendes Blatt an, Enjah lebt ihren eigenen Kopf
und ich lerne einmal mehr, warum der Moment oft viel schöner ist als die Idee davon.

Hier liest du Tag 17: Ein Tag, der mir zeigte, wie gnadenlos Erwartungen die Freude am Leben rauben können und wie befreiend es ist, sie loszulassen.

Wie ging es weiter? Tag 18 ist jetzt online

Ein Tag voller kleiner Trainingssiege, großer Staubkornabenteuer
und der Erkenntnis, dass authentische Kommunikation manchmal wichtiger ist
als jede Hunderegel der Welt.
Enjah testet Grenzen, Flusen spielt Opa und ich übe mich im ehrlichen Sein
statt höflichem Weglächeln.

Hier liest du Tag 18: Über Raum, Regeln, Staubkörner und die Kunst, nichts mehr runterzuschlucken.

Wie ging es weiter? Tag 19 ist jetzt online

Erste Hundeschule, erste Herzmomente und der Morgen danach mit einem völlig überdrehten Welpen.
Enjah überrascht, Flusen zeigt seine soziale Meisterklasse
und ich entdecke erneut, wie schwer es mir fällt, echter Hundekommunikation wirklich zu vertrauen.
Ein Tag voller Erkenntnisse darüber, wie viel Erwartung, Kontrolle und Liebe in so einem kleinen Rudel stecken.

Hier liest du Tag 19: Über Herzrasen, Welpenchaos und den Kontrollfreak in mir.

Wie ging es weiter? Tag 20 ist jetzt online

Ein Gartenexperiment zwischen Fang mich doch und absoluter Überforderung,
eine Nachricht, die uns Zeit schenkt,
und ein Moment tiefer Dankbarkeit nach einer traurigen Nachricht.
Enjah wirbelt, Flusen grummelt,
und ich lerne wieder ein Stück mehr über Geduld, Vertrauen und das pure Glück, überhaupt hier zu sein.

Hier liest du Tag 20: Chaos, Erkenntnis und ein stiller Moment Demut.

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